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25 Jahre auf der Brücke

Werther, 7. Januar 2017

25 Jahre auf der Brücke

Als Dr. Christian Potthoff-Sewing 1992 das Ruder übernahm, waren die Aussichten für das Familienunternehmen düster. Heute ist Poppe + Potthoff fast vierfach so groß. Der passionierte Segler hält die Gruppe seit 25 Jahren stabil auf Kurs.

Im Interview mit dem Haller Kreisblatt blickt Dr. Christian Potthoff-Sewing zum 25-jährigen Jubiläum in der Firma zurück: Nachdem er in den USA, England und Portugal studiert und gearbeitet hatte, hatte der Ökonom gerade eine Stelle in Deutschland angetreten, als er mit 30 einen Anteil am Familienunternehmen mit damals knapp 400 Mitarbeitern in Werther erbte.

An zunächst zwei Tagen pro Woche trat er als Geschäftsführer Vertrieb sein Erbe an – kein leichtes, wie sich zeigen sollte. „1990 war ein Boomjahr in der Stahlbranche“, erinnert sich Potthoff-Sewing. „Dann kam mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ein heftiger Einbruch.“

Der 1928 gegründete Spezialist für Präzisionsstahlrohr geriet in Schieflage. Potthoff-Sewing hielt dagegen. Er sanierte, investierte und verbreiterte das Fertigungsspektrum, um neue Nischenmärkte zu erobern. Gemeinsam mit Rüdiger Faustmann, der 2001 zum Unternehmen kam und kurz danach CEO bei P+P wurde, gelang schließlich der Durchbruch im Automotive-Geschäft.

Mit den Erfahrungen im Ziehen von Hochdruckrohr, das unter anderem für Dieseleinspritzleitungen verwendet wird, entwickelte P+P 1997 auch Common Rail Subsysteme. Der Schwenk zu Dieselmotoren mit Common Rail Direkteinspritzung spielte den Wertheranern in die Hände. „Unter abenteuerlichen Bedingungen“ investierten sie in Ungarn in ein neues Werk.

Das Wagnis zahlte sich aus. Neben dem Ausbau der eigenen Kompetenzen diversifizierte P+P zugleich das Portfolio. Mit den drei starken Säulen Rohr und Rohrkomponenten, Präzisionsbauteile und Antriebstechnologie ist die Gruppe mit 1500 Mitarbeitern heute an 17 Standorten international tätig – und weiterhin auf Wachstumskurs.